Besichtigung des Labors Robotertechnik

Im Rahmen des Vertiefungsmoduls Technische Systeme besuchte das sechste Semester des Studienganges Technische Redaktion das Labor für Robotertechnik der Fakultät 1. Die Besichtigung ermöglichte den Studierenden das Thema Robotik anhand von fakultätseigenen Systemen hautnah zu erleben. Hierzu wurden drei Roboter vorgestellt, die in ihrer Einsatzbreite unterschiedlich ausgelegt sind. Mithilfe einer Fernbedienung (Teachbox) durften angehende TRs selbst Hand anlegen und einen der intelligenten Roboter steuern.


Laborausstattung


Das Labor besteht zur Zeit aus drei Horizontal- und Vertikal-Knickarm-Robotern mit vier bzw. sechs Freiheitsgraden von der Firma Mitsubishi. Das oval angeordnete Doppelgurt-Bandfördersystem dient zur Verteilung von Werkstückträgern. Mit dieser Ausstattung erlernen die Studierenden den praktischen Umgang mit Industrierobotern und bereiten sich gezielt auf das Berufsleben vor. In sechs Einheiten mit jeweils zwei Doppelstunden müssen die aus max. zwei Personen bestehenden Gruppen ihre Anlage vorbereiten, den Programmierplatz einrichten, Roboter für bestimmte Aufgaben selbstständig programmieren und ihre Ergebnisse in Form von Protokollen festhalten und auswerten. Als Beispiel programmieren die Studierenden exakte Koordinaten für alle beweglichen Achsen eines Roboters, um gezielt nach Objekten zu greifen und diese an einer explizit definierten Stelle abzulegen.

Bild 2: Bandfördersystem


Funktionsweise von Robotern


Um alle Punkte in einem Raum zu erreichen, muss ein Roboter sich auf sechs Achsen bewegen können. Die komplexen Bewegungsabläufe werden mittels Mitsubishi Roboter Language programmiert oder über die Teachbox vom Roboterbediener gesteuert. Die Roboter arbeiten pneumatisch oder mit Unterdruck und können je nach Werkzeug Objekte greifen oder ansaugen. Der Antrieb der Gelenke erfolgt durch DC-Servomotoren und die Positionserfassung übernehmen batteriegepufferte, inkrementale Drehgeber. Eine Objekterkennungssoftware ermöglicht den Robotern Werkstücke auf dem Werkstückträger zu erkennen und ihre Position mitzuteillen. Damit lassen sich in der Industrie Montage,- Palettier oder Mikrohandlingsaufgaben lösen.

Bild 3: RV-3SB

 


Bild 4: RH-6FH-D

 


Bild 5: Mitsubishi RV-3SDB


Simulation als primärer Bestandteil


Vor dem praktischen Versuch werden alle Bewegungsabläufe und Handhabungsvorgänge mit der Software CIROS Studio simuliert. Diese Simulation dient dazu, Fehler sowie Unstimmigkeiten im Prozessablauf frühzeitig zu erkennen, Kollisionen auszuschließen und Zykluszeiten zu optimieren. In der Industrie gehört die Simulation zum festen Bestandteil einer Risikoanalyse vor einem realen Einsatz der Roboter.
Bild 6: CIROS Studio
Bild 7: Objekterkennungssoftware


Fazit

Die Besichtigung des Labors erlaubt einen spannenden Einblick in den Bereich der Robotik und erweitert angehenden Technischen Redakteuren ihren Wissenshorizont. Besonders prägend verblieb der Eindruck des unermüdlichen und hochpräzisen Arbeitens lernfähiger Maschinen, ihrer Möglichkeiten zur intelligenten Vernetzung und damit ihrer tragenden Rolle in der Industrie.
Verfasst von Sergei Deister und Marcello-Marco Nowka?(6. Semester Technische Redaktion, Hochschule Hannover)